Wir haben 2018. Das neue Jahr hat begonnen.

Ich hoffe, ihr habt schön gefeiert und habt einen schönen Abschluss gehabt von 2017. Und nun liegt das neue Jahr vor uns. Was wird alles passieren in diesem Jahr? Ein paar Dinge stehen schon fest:
– Viele von euch müssen morgen wieder zur Arbeit. Da ändert sich nicht so viel zwischen 2017 und 2018.
– Im nächsten Monat beginnen die Olympischen Winterspiele in Pyeongchang in Südkorea.
– Im Sommer beginnt die Fußball-WM in Russland.
– Und Bayern München wird wahrscheinlich wieder Deutscher Meister.

Aber vieles ist auch noch offen.
– Zum Beispiel, welches Land bei den Winterspielen die meisten Medaillen gewinnt: Norwegen? Kanada? Deutschland?
– Oder wer im Sommer Fußballweltmeister wird.
– Oder auch wann wir endlich eine neue Bundesregierung haben.

Was auch schon seit Längerem feststeht, das ist die Jahreslosung für 2018. Sie lautet:
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Wenn wir die Jahreslosung so hören, ohne Stellenangabe – hätten wir gewusst, in welchem Buch der Bibel sie steht?

Ehrlich gesagt: Ich nicht. Denn dieser Begriff “Wasser” bzw. „lebendiges Wasser“ – der taucht in der Bibel häufiger auf.

In Jesaja 55,1 sagt Gott: „Wohlan, alle, die ihr durstig seid, kommt her zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt, kommt her, kauft und esst! Kommt her und kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch!“

In Jesaja 58,11 heißt es: „Und der HERR wird dich immerdar führen und dich sättigen in der Dürre und dein Gebein stärken. Und du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.“

Jesus sagt zu der Frau am Jakobsbrunnen (Johannes 4,10): „Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn, und er gäbe dir lebendiges Wasser.“
Und dann sagt er weiter (Vers 14): „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.“

Und als Jesus auf dem Laubhüttenfest ist, da ruft er den Menschen zu (Johannes 7,37+38): „Wen da dürstet, der komme zu mir und trinke! Wer an mich glaubt, von dessen Leib werden, wie die Schrift sagt, Ströme lebendigen Wassers fließen.“

Immer wieder ist hier die Rede vom „lebendigen Wasser“. Dieser Begriff hatte für die Menschen damals eine wichtige Bedeutung. Denn Israel ist ein heißes Land. Im Moment, wo es bei uns in Weichersbach etwa 2° Celsius warm ist – da sind es in Israel 15 Grad! Und im Sommer ist es dann noch mal einiges heißer. Es gibt in Israel zum Teil sehr trockene Gebiete, es gibt auch Wüstenregionen. Daher ist das Wasser für die Menschen dort etwas ganz
wichtiges – damals, zur Zeit von Jesus, aber genau so auch noch heute.

Und die Menschen dort unterscheiden zwischen zwei Arten von Wasser. Da ist zum einen das Wasser, das in Bächen und Flüssen fließt – und dann gibt es noch Wasser, das sie in Zisternen gewinnen.

Zisternen, das sind große Behälter. Meistens liegen sie unter der Erde. In ihnen sammeln die Menschen Wasser – meistens das Regenwasser, manchmal aber auch das Wasser von Flüssen und Bächen. Sie sammeln es, damit sie auch dann Wasser haben, wenn es keinen Regen gibt und die Flüsse und Bäche ausgetrocknet sind. Sie brauchen es vor allem, um ihre Felder zu bewässern.

Und es ist natürlich klar, welches Wasser das bessere Wasser ist.

Wenn Wasser länger steht, dann wird es schlecht. Im Wasser sind Bakterien und Keime. Und wenn das Wasser für längere Zeit steht, und wenn es dann noch warm ist – dann vermehren sie sich. Und das Wasser fängt an zu riechen. Dieses Wasser kann man dann nicht mehr als Trinkwasser verwenden. Aber zum Bewässern der Felder, dafür geht es noch.

Anders ist das bei Wasser aus Bächen und Flüssen. Wenn es nicht durch Menschen oder Tiere verunreinigt ist, dann hat es eine sehr gute Wasserqualität.
Darum nennen die Menschen in Israel solches Wasser (aus Bächen und Flüssen) „lebendiges Wasser“.

Und wenn Wasser aus einer Quelle kommt – dann hat es in der Regel die allerbeste Qualität: Das Regenwasser ist durch den Boden gesickert. Und der Boden hat alle Schadstoffe herausgefiltert. Und nun kommt es ganz frisch an die Oberfläche.

Lebendiges Quellwasser – das ist das beste Wasser, das es gibt.

Aber es ist klar: in den Bibelstellen hier geht es nicht einfach nur um Wasser. Sondern das Wasser steht hier für Leben. Wasser bewirkt Leben. Ohne Wasser ist kein Leben möglich. Und die Qualität, die das Wasser hat, die bestimmt auch die Qualität, die das Leben hat.

Wasser ermöglicht Leben. Das gilt für gutes Wasser, aber das gilt auch für schlechtes Wasser. Nur: mit schlechtem Wasser wird das Leben nie so gut wie mit gutem Wasser. Wenn ein Mensch schlechtes Wasser trinkt, dann kann er davon krank werden. Er kann Durchfall bekommen. Oder noch Schlimmeres: die Ruhr. Oder sogar Cholera. Ohne Wasser kann ein Mensch nicht leben. Wenn er schlechtes Wasser trinkt – dann rettet es ihn zwar davor, dass er verdurstet. Aber er wird davon krank. Und er kann sogar so krank werden, dass er dann davon stirbt.

Gott sagt, er will uns lebendiges Wasser geben. Er will uns Wasser geben, durch das wir leben. Aber eben nicht so, dass wir von diesem Wasser wieder krank werden. Sondern es ist gutes Wasser. Durch dieses Wasser haben wir ein gutes, ein gesundes Leben.

In dieser Aussage stecken zwei Wahrheiten. Die erste Wahrheit ist: Das Wasser des Lebens bewahrt uns vor dem Tod. Das Wasser des Lebens schenkt ewiges Leben. Und dieses Wasser des Lebens finden wir bei Gott.

So wie Jesus es zu der Frau am Jakobsbrunnen sagt (Johannes 4,14): „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

Jesus sagt hier: Durch ihn bekommen wir das ewige Leben. Wer an Jesus glaubt, für den ist es mit dem Leben nicht irgendwann vorbei. Wer an Jesus glaubt, dem verspricht er: „Du wirst ewig leben!“

Und dasselbe sagt auch unsere Jahreslosung. Sie steht im Buch der Offenbarung. Und sie steht dort, wo von der ewigen Stadt die Rede ist – von dem goldenen Jerusalem.

Ich lese den Text einmal im Zusammenhang, Offenbarung 21,1-7:

1 Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr.

2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann.

3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein;

4 und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, bnoch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.

5 Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! Und er spricht: Schreibe, denn diese Worte sind wahrhaftig und gewiss!

6 Und er sprach zu mir: Es ist geschehen. Ich bin das A und das O, der Anfang und das Ende. Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

7 Wer überwindet, der wird dies ererben, und ich werde sein Gott sein und er wird mein Sohn sein.

Ich finde diese Worte hier immer wieder faszinierend. Johannes beschreibt mit menschlichen Worten etwas, für das es eigentlich gar keine Worte gibt. Er beschreibt, wie es sein wird, wenn wir einmal bei Gott im Himmel sein werden.

Gott wird alles neu machen. Es wird alles anders sein als hier auf dieser Welt. Es wird viel schöner, viel herrlicher, viel besser sein.

Aber das Schönste, das Größte und das Beste wird sein, dass Gott da ist. Und er ist für jeden da. Er wird sich um jeden einzelnen kümmern. Er wird jedem einzelnen die Tränen aus den Augen wischen. Er wird jeden einzelnen von uns trösten für das Leid, das wir hier auf Erden erfahren haben. Wir werden zusammen mit Gott leben. Wir werden seine Herrlichkeit sehen und erleben – wir werden sogar an seiner Herrlichkeit Anteil haben.

Man kann, man muss sogar sagen: Der Himmel ist deswegen so herrlich und wunderbar, weil Gott ihn mit seiner Herrlichkeit ausfüllt. Wenn Gott nicht dort wäre, dann wäre es nicht der Himmel.

Und dieser Himmel ist bestimmt für diejenigen, die an Jesus glauben. Denn Jesus hat den Preis für unsere Sünde und Schuld bezahlt.

Jeder von uns hat gesündigt. Jeder von uns hat Dinge getan, die vor Gott nicht richtig waren. Gott müsste uns dafür bestrafen. Aber diese Strafe hat Jesus für uns getragen.

Wer das erkennt und für sich annimmt – der wird frei von seiner Schuld und Sünde. Und ihm steht dann der Himmel auf.

Es ist ein Geschenk, das Gott uns macht. Wir bekommen das ewige Leben, weil Jesus alles für uns getan hat. Wir selber können gar nichts dafür tun. Deswegen sagt Gott hier: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ Es ist umsonst. Kostenlos. Wir müssen nichts dafür tun. Wir können gar nichts dafür tun: Wir können uns die Ewigkeit nicht mit unserem Geld erkaufen. Wir können sie uns auch nicht erarbeiten, indem wir besonders viele gute Werke tun. All die guten Werke, die wir tun – sie können unsere Schuld und unsere Sünden gar nicht aufwiegen.

Wir können uns die Ewigkeit nur schenken lassen. Wir können uns das Wasser des Lebens nur von Jesus schenken lassen. Das ist die erste große Wahrheit, die in der Jahreslosung steckt.

Aber es gibt Menschen, die meinen: Dieses Wasser des Lebens, das Gott uns schenkt – das wäre nichts Frisches und Lebendiges. Sondern das wäre eher so eine bittere Brühe. Eine Brühe, die nicht schmeckt – und von der es einem auch nicht gut geht; aber man muss sie trinken, damit man am Ende nicht die Ewigkeit bei Gott verpasst. So wie man eine bittere Medizin trinken muss, damit man wieder gesund wird.

Und deswegen machen manche Menschen es so: Sie sagen sich: „Ich nehme von dem Wasser des Lebens nur einen ganz kleinen Schluck. Nur einen kleinen Tropfen. Das ist dann gerade genug, dass ich im Himmel auch noch einen Platz bekomme. Aber mehr nehme ich nicht. Sonst wird mein Leben auch so fad und langweilig  vielleicht sogar bitter! Und dann werde ich so ein frommer und langweiliger Typ, und dann habe ich überhaupt keinen Spaß mehr im Leben! Und das will ich ja nicht! Darum: Nicht zu viel von diesem Lebenswasser!“

Aber es ist dumm, so etwas zu denken. Denn es ist gerade umgekehrt. Das Wasser, das Gott uns gibt – das ist lebendiges Wasser. Es ist Wasser, das gut schmeckt. Es ist Wasser, das wir gut vertragen. Es ist Wasser, das unser Leben schon hier auf der Erde schön macht und erfüllt und glücklich – und nicht langweilig und fad.

Gott will uns ein erfülltes und glückliches Leben schenken – nicht erst im Himmel, sondern auch schon hier auf der Erde!

Viele Menschen glauben das nicht. Sie denken: „Gott will mir den Spaß hier im Leben nicht gönnen.“ Und die Folge ist: Sie trinken nicht nur von Gottes guten, lebendigen Wasser – sondern sie suchen sich auch noch anderes Wasser. Und das ist das Wasser, das uns krank macht; das ist das Wasser, das uns nicht bekommt – ähnlich wie das Wasser aus den Zisternen. Das sind die Dinge, vor denen Gott uns warnt. Wo er sagt: „Tu das nicht! Es ist nicht gut für dich! Und es nicht gut für deine Mitmenschen!“

Aber wir meinen oft, dass wir es besser wissen als Gott. Wir denken: “Ach, es wird mir schon nicht schaden. Und es bringt doch auch Spaß. Oder es nützt mir doch!” Aber da liegen wir falsch.

Es kommt darauf an, dass wir lernen – nicht: uns mehr anzustrengen; uns mehr zusammen zu reißen; oder frommer zu leben. Wenn wir uns darauf konzentrieren, dann kann es wirklich sein, dass unser Leben fade wird oder bitter.

Es kommt darauf an, dass wir lernen, Gott besser zu vertrauen. Dass wir ihn besser kennen lernen. Dass wir besser verstehen, was er von uns will. Und dass wir besser verstehen, warum er sagt: „Dies ist gut für dich“ „Und jenes nicht.“ Es kommt darauf an, dass wir erkennen: Gott meint es gut mit mir. Er hat einen guten Plan für mich. Er will mir ein glückliches, ein erfülltes Leben schenken. Deswegen will ich immer wieder neu zu Gott kommen und mich von ihm füllen lassen – dass ich immer wieder neu von seinem Lebenswasser trinke.

– Wie kann ich bei Gott andocken?
– Wie kann ich mich wieder neu von ihm füllen lassen?
– Wo kann ich Gott persönlich erleben?
– Wo erlebe ich es, dass er mich anspricht?

Das sind die Fragen, die wir für uns beantworten müssen. Jeder für sich persönlich! Das ist die Aufgabe, die uns die Jahreslosung für 2018 mitgibt.

Und da wünsche ich euch, dass ihr immer mehr entdeckt, wie Gott zu euch redet; wie er euch anspricht; wie er euer Herz neu erfüllt.

Wenn es darum geht, dass ich mich neu von Gott füllen lasse – dann mache ich immer wieder eine bestimmte Erfahrung. Nämlich die Erfahrung: Der Kampf besteht vor allem darin, dass ich mir auch die Zeit dafür nehme.

Es gibt so viel zu tun. Und es gibt immer einen Grund, warum ich gerade jetzt keine Zeit für Gott habe. Und da muss ich mich fragen: Sind all diese Dinge wirklich so wichtig, die ich noch tun muss? Ist das nicht das Wichtigste, dass ich mir Zeit nehme für meinen Gott?

– Zeit für meine Beziehung mit Jesus?
– Zeit, um Jesus all das zu sagen, was mich bewegt?
– Zeit, um zu hören, was Jesus mir wohl sagen will? Zeit, um bei Jesus neu aufzutanken?

Als wir vor fünf Jahren nach Weichersbach gezogen sind, da hat einer meiner Vorgänger uns eine Uhr geschenkt. Sie hängt bei uns in der Küche. Und auf ihr steht: „Ich habe Zeit für dich. Gott.“

Gott hat Zeit für mich. Er will mich beschenken. Er will mich stärken. Er will mich neu füllen mit seinem Lebenswasser: „Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

Habe ich Zeit für Gott? Habe ich Zeit dafür, dass er mich füllt? Ich muss mir diese Zeit immer wieder erkämpfen.  Und ich mache dir Mut: Nimm dir diese Zeit! Lass dich stärken von Gott, immer wieder. Du wirst sehen, wie gut dir das tut!

So wünsche ich euch gute Erfahrungen mit unserem Herrn. Dass ihr erlebt, wie er euch stärkt, wie er euch aufbaut. Wie er euer Leben mit seinem lebendigen Wasser erfüllt.
Amen.