“Gottes Liebe in meinem Leben” –

Gedanken zum Monatsspruch für den Monat August (1. Johannes 4,16)

Neulich war ich in einem Gemeindehaus, und da stand beim Büchertisch ein Ständer mit Postkarten. Auf einer Postkarte blickte mir ein grüner Frosch entgegen. Und darunter stand der Satz: „Liebe mich, wenn ich es am wenigsten verdient habe, denn dann brauche ich es am meisten.“ Das brachte mich zum Nachdenken. „Ja, das stimmt!“, war mein Gedanke. Wie oft geht es uns so: Wir fühlen uns nicht wohl, sind schlecht drauf – aber in unserem Herzen wünschen wir uns einfach nur, dass da jetzt jemand kommt und uns in den Arm nimmt und uns von all unserem Kummer befreit. Vielleicht so, wie unsere Mutter damals, als wir noch ein kleines Kind waren.

Liebe – wenn es etwas gibt, nach dem die meisten Menschen sich sehnen, dann ist es wohl die Liebe. Es gibt eine unendliche Fülle von Romanen und Filmen, wo es genau darum geht: die Suche nach dem Traumpartner, der Traumpartnerin, mit der man dieses Ideal leben kann: die perfekte Liebe. Ich denke, diese Sehnsucht gehört zum Menschsein dazu. Diese Sehnsucht, geliebt zu werden. Nicht nur von dem Partner. Auch von den Eltern, den Kindern, den Freunden. Und es stimmt ja auch: Ein Mensch, der von niemandem Liebe erfährt, wird schließlich daran kaputt gehen.

Aber wo wird diese Sehnsucht gestillt? Zum einen natürlich bei den Menschen, die uns nahe stehen. Es sind solche Augenblicke, die uns glücklich machen: das Kind in den Armen des Vaters oder der Mutter; ein Liebespaar, eng umschlungen; Großeltern mit ihren Enkeln; gute Freunde auf einer gemeinsamen Unternehmung. Aber es gibt auch die vielen anderen Augenblicke, in denen uns das fehlt; Augenblicke, in denen uns von der Liebe nur die Sehnsucht bleibt.

Mir hilft es zu wissen, dass es da noch eine andere Liebe gibt. Eine Liebe, die noch größer und tiefer ist als jede menschliche Liebe. Es ist die Liebe Gottes. Die Bibel sagt: Gott ist Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott bleibt in ihm. (1. Johannes 4,16)

Darum nehme ich mir immer wieder Zeit für diese Liebe, Zeit für Gott. Wenn ich in der Bibel lese, dann versuche ich immer darauf zu achten: Wo finde ich hier etwas von Gottes Liebe? Wie kann mich seine Liebe durch dieses Bibelwort ermutigen? Und wenn ich bete, dann denke ich oft an die große Liebe, die Gott für mich hat. Ich denke daran, dass Jesus den Tod auf sich genommen hat, aus Liebe zu uns Menschen, und dass er zu mir sagt: „So sehr liebe ich dich, Achim!“ Und ich danke ihm dafür, dass er mich liebt und dass er für mich da ist.

Auf diese Weise erlebe ich, wie Gottes Liebe mich aufbaut, wie sie mich stärkt. Und das gibt mir die Kraft und den Mut, auch die anderen Menschen zu lieben – gerade in Situationen, wo ich mich nicht danach fühle oder vielleicht sogar denke: „Das hat der jetzt aber nicht verdient, dass ich so freundlich und hilfsbereit zu ihm bin.“

Gott ist die Liebe. In Jesus ist seine Liebe zu uns in ganz besonderer Weise sichtbar geworden. Ich wünsche Euch, dass Ihr diese Liebe immer wieder erlebt; dass sie Euch stärkt und aufbaut – und dass sie Euch hilft, auch dann zu lieben, wenn Euch eigentlich gerade nicht danach ist. Denn wer weiß: Vielleicht braucht es der andere in diesem Moment gerade am nötigsten?

Euer Achim Marshall