Keine Angst! Das Beste kommt noch!

Gedanken zum Monatsspruch für Februar (Römer 8,18)

„Das Leben ist schön! Genieße jeden Tag! Leben deinen Traum!“ Immer wieder lese ich solche Aussagen. Meistens werden sie durch ein Bild verstärkt, auf dem ein Mann einen Freudensprung macht oder eine Frau mit geschlossenen Augen die Wärme der Sonne genießt.

Und es stimmt ja auch: Es gibt so viel Schönes im Leben! Wie wunderbar kann ein Spaziergang durch die Natur sein. Wie herrlich ist es, wenn man Zeit mit guten Freunden verbringt. Wie schön ist die Musik! (Auch wenn die Geschmäcker da verschieden sind.)

Aber wir alle kennen auch das andere. Wir kennen Leid, Schmerzen, Krankheit, Trauer. Diese Dinge gehören auch zum Leben dazu. Es ist eine falsche Lehre, wenn Leute sagen, dass es Christen immer nur gut geht. Jesus hat davon gesprochen, dass seine Jünger leiden werden (Markus 13,9+13; Johannes 15,18-20). Und Paulus zeigt an seinem eigenen Beispiel, dass auch Christen Leid erleben (2. Korinther 6,4-5; 11,23-28).

Manches Leid können wir ganz gut wegstecken. Als mir die Weisheitszähne gezogen wurde, war das nicht schön. Aber das ist lange her und ich habe es ganz gut verkraftet. Anderes Leid geht uns noch lange nach. Mancher ist durch eine Krankheit oder Verletzung ein Leben lang eingeschränkt. Und seelische Verletzungen hinterlassen Spuren, die noch Jahre später als tiefer Schmerz empfunden werden.

Niemand von uns leidet gerne. Und mancher hat ein großes Paket an Leid aufgebürdet bekommen, das er durch sein Leben tragen muss.

Für mich ist es eine ungeheuer große Hilfe, dass ich weiß: das Leid, das ich erlebe, muss ich nicht alleine tragen. Jesus steht mir zur Seite. Er leidet mit mir (Hebräer 4,15). Er hilft mir sogar, mein Leid zu tragen (Psalm 68,20). Ich habe manche Zeiten erlebt, in denen es mir wirklich dreckig ging. Aber ich wusste immer, dass Jesus bei mir ist, dass ich nicht allein bin. Das hat das Leid in dem Moment zwar nicht beseitigt. Aber weil Jesus dabei war, wusste ich, dass es irgendwie weitergehen würde. Manches Leid konnte ich mit Jesu Hilfe überwinden. Manches Leid habe ich, Gott sei Dank, schon wieder vergessen. Aber auch in meinem Leben gibt es noch Spuren, die das Leid hinterlassen hat.

Ein Leben ohne Leid? Das verheißt uns die Bibel für die Zeit, wenn wir in der ewigen Herrlichkeit bei Gott sind (Offenbarung 21,4). Paulus schreibt: „Ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“ (Römer 8,18)

Ehrlich gesagt: ich kann mir das gar nicht richtig vorstellen. Die Herrlichkeit bei Gott wird so wunderbar sein, dass alles Leid, das wir jemals erlebt haben, mit einem Augenblick völlig unwichtig wird. Vielleicht wird es so sein wie bei der Geburt eines Kindes: In dem Moment, wo die Mutter ihr Neugeborenes im Arm hält, ist sie so glücklich, dass sie an die Schmerzen der Wehen gar nicht mehr denkt. Aber wahrscheinlich wird das Glück, das wir bei Gott erleben werden, dieses Glück der Mutter noch um ein Vielfaches übertreffen.

Wie gesagt: so richtig kann ich mir das gar nicht vorstellen. Und manchmal klingt es auch fast zu schön, um wahr zu sein. Aber es ist die Wahrheit. Halten wir an ihr fest! Sehen wir frohen Mutes nach vorne! Wir brauchen keine Angst zu haben. Das Beste kommt noch!

Euer Achim Marshall